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Nymphenburger Str. 22
Franz Hitzler    In Erscheinung

Strichmännchen in Kreuzformation, verschrobene Fratzen, gespenstisch anmutende Fabelwesen, embryonenhafte Gestalten, mit rätselhaften dominanten Linien, Dreiecken oder Quadraten übermalt, unterteilt oder mit einander in Verbindung gebracht: Franz Hitzler Arbeiten vermitteln prima vista einen komplexen, undurchschaubaren und wenig nahbaren Eindruck. Gleichzeitig strahlen sie etwas Anziehendes, Wunderbares, Spannendes und zutiefst Menschliches aus - ob durch die warme venezianische Farbgebung, die Sanftheit der Formensprache oder einfach nur durch ihre unglaubliche Raumpräsenz.


Changierend zwischen figurativen, mit gestischem Pinselstrich gemalten und rein abstrakten Arbeiten, ist das Oeuvre  Franz Hitzlers in hohem Maß geprägt durch eine intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit seiner eigenen Person und seiner individuellen Wirklichkeitserfahrung. Ein über nunmehr fünf Jahrzehnte hinweg entwickeltes Vokabular aus Symbolen und Chiffren geben seinen Arbeiten etwas Unverwechselbares. Zudem lassen sich Gestaltungsmerkmale retrospektiv identifizieren, welche sich aus einer permanenten Beschäftigung mit malerisch formalen Fragen ergeben wie die Funktion von Linie im Raum, die Verwendung amorpher und geometrischer Formen als Binnenstrukturen oder die Rolle des Bildträgers und dessen Rahmenstruktur. Letzteres führt beispielsweise zu einer destruktiven Behandlung des Bildträgers sowie einer Sprengung der strengen rechteckigen Geometrie des Bildrandes hin zu einem Übereinanderlegen kompletter Einzelbilder zu kollagenartigen, skulptural anmutenden Gesamtwerken. In jüngeren Arbeiten dominieren mehr beruhigte Kompositionen, welche aufgrund ihrer auf Komplementär- und Simultankontraste reduzierten Farbgebung sowie der Verwendung locker verteilter archaischer Urformen eine innere Dynamik entwickeln. Als weiteres künstlerisches Medium tritt die Keramik in Franz Hitzlers Schaffensraum, welche seine für ihn typische malerische Oberflächengestaltung in Kombination mit eigentümlichen Deformitäten und Perforationen trägt.


Nur schwerlich lässt sich Franz Hitzlers Werk in den heutigen Kunstkanon eingruppieren, und wahrscheinlich liegt genau darin die Stärke seiner Arbeit, in der sich ein über Jahrzehnte hinweg selbstkritisch zusammengetragener Erfahrungsschatz intensiv und durchdacht verdichtet.


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

15.03.2016 - 27.05.2015

Braun-Falco Galerie   |   Nymphenburger Str. 22   |   80335 München   |   T 089-57949774-1   |   info@braunfalco.com

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